Bay­erns Bier­mu­se­en: Der Bier­kul­tur auf der Spur

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Wie Bier vor 100 Jahren hergestellt wurde, zeigt das Brauereimuseum der Brauerei Krieger in Landau an der Isar. (Foto: Bayerischer Brauerbund)

Rund 30 Spezialmuseen zum Thema Bier hat Bayern zu bieten. Manche Ausstellungen zeigen die ganze Vielfalt der bayerischen Braukunst, andere sind speziellen Themen wie zum Beispiel dem Rohstoff Hopfen gewidmet. Das Spektrum reicht von der sorgfältig aufbereiteten Sammlung historischer und moderner Exponate über detailgenaue Nachbauten jahrhundertealter Braustätten bis hin zur Multimedia-Präsentation. Und einige Museen brauen sogar ihren eigenen Sud.

Im Brauereimuseum der Brauerei Krieger in Landau an der Isar können Besucher sich darüber informieren, wie Bier vor 50 bis 100 Jahren hergestellt wurde. Die Ausstellungsstücke stammen zum Großteil aus dem ehemaligen Zweigbetrieb in Münchshöfen. Von der Malzherstellung bis zur Abfüllung sind lückenlos alle Stufen der Bierbereitung vertreten. Gewidmet ist das Museum Wilhelm Krieger sen., der als Brauer selbst in Marseille, Tunis und St. Louis Erfahrung sammelte, bevor er die Brauerei in Landau erwarb. Führungen gibt es für Gruppen auf Anfrage, Einzelpersonen können den Landauer Museumstag Ende September oder das in ungeraden Jahren am Vatertag stattfindende Brauereihoffest nutzen, um das Museum zu besichtigen.

Die fränkische Stadt Kulmbach ist eines der Zentren bayerischer Braukunst. Kein Wunder also, dass hier mit dem Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach 1994 eine der bedeutendsten deutschen Sammlungen zu Braukunst und Biergeschichte entstand. Die kenntnisreich gestaltete Schau, die in historischem Ambiente einen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannt, spricht alle Sinne an. Im Nachbau einer Brauerei von 1900 werden alte Traditionen lebendig.

Zwei weitere fränkische Museen zählen zu den Großen in Bayern: das Brauerei- und Büttnerei-Museum in Bayreuth und das Fränkische Brauerei-Museum in Bamberg. Wie der Name sagt, ist die Bayreuther Schau nicht nur den Brauern gewidmet, sondern auch ihren Kollegen, den Fassmachern. Im einstigen Stammhaus der Brauerfamilie, einem über 100 Jahre alten Backstein-Industriebau, entdecken die Besucher unter anderem ein komplettes Sudhaus aus dem Jahr 1887 und eine originalgetreu nachgestellte Büttner-Werkstatt. In Bamberg erwarten die Besucher in historischen Kreuzgewölben auf dem Michaelsberg rund 1 000 Exponate. Der Rundgang führt durch Sud- und Kühlhaus, Gär-, Lager- und Filterkeller, Flaschen- und Fassabfüllung, Eiskeller, Mälzerei- und Büttnereiabteilung. Hier erfährt man zum Beispiel, was ein Würze-Berieselungs-Kühler ist, wie eine Malzdarre funktioniert und wie einst das Bier mühevoll im Fuhrfass transportiert wurde. Zahlreiche Schaustücke dokumentieren die Geschichte des Brauwesens in der traditionsreichen Bierstadt Bamberg.

Die Hallertau (Ober- und Niederbayern) ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Das Multitalent unter den Bierzutaten stellen mehrere Museen vor. Das Deutsche Hopfenmuseum in Wolnzach zum Beispiel informiert auf einer Ausstellungsfläche von 1 500 Quadratmetern umfassend über den Hopfen und seine Bedeutung in der Braukunst. Auch das kleinere Hallertauer Hopfen- und Heimatmuseum Geisenfeld bietet viele interessante Einblicke in den Hopfengarten. Hopfenbohrer, -spieße und -stempfel werden gezeigt - und auch eine Lupulinschüttelmaschine. Was das ist? Einfach hinfahren und herausfinden.

Quelle: Bayerischer Brauerbund