Braue­rei­en im Land­kreis Cham: Fal­ter-Bräu in Drach­sels­ried: In­ves­ti­tio­nen in die Zu­kunft

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So sah das Gebäude des Falterbräus früher aus. (Foto: privat)

Von Lisa Wieland

"Das Brauwesen ist eine schwierige Branche und ich bin davon überzeugt, dass sie leichter in die nächste Generation weitergegeben werden kann, wenn man damit auch Geld verdienen kann. Kein Kind hat sonst Freude am Betrieb." Mit dieser Einstellung führt Michael Falter als bereits fünfter Besitzer die familieneigene Brauerei Falter in Drachselsried.

1878 gründete sein Vorfahr Josef Falter den Betrieb, er wurde immer an die nächste Generation weitergegeben. Es ist kein Zufall, dass es auch in Regen eine Brauerei Falter gibt. Der zweite Besitzer, Johann Baptist Falter, hatte mehrere Söhne: Der älteste, ebenfalls Johann Baptist Falter, kaufte in den 1920er Jahren die Brauerei in Regen, während der jüngste die in Drachselsried übernahm. Ein weiterer ging nach Hof, dort gab es ebenfalls eine gleichnamige Brauerei, heute existiert sie jedoch nicht mehr, erzählt der Drachselsrieder Braumeister. "Aber der Ursprung ist hier bei uns."

Den Grundstock für die Modernisierung der Brauerei setzte sein Vater 1985, indem er eine neue, große Halle baute. "Das war immens wichtig für uns, da ist heute alles drin", so Falter. "Man muss mit der Zeit gehen, der Markt zwingt einen dazu." 2005 entschloss er sich zu umfassenden Neuerungen, weil der Umsatz stetig rückläufig war. Neue Maschinen wurden angeschafft und die komplette Brauerei in eine einzige Halle verlegt. Dadurch sind die Arbeitswege kürzer und man braucht weniger Personal. Vier Mitarbeiter sind in der Brauerei beschäftigt, wenn Flaschen abgefüllt werden, helfen zusätzlich drei Leute aus dem Dorf.

"Ich bin eben alles in einem", sagt der Braumeister und zuckt mit den Schultern. Das kann zwar manchmal schon stressig sein, aber damit die Brauerei weiterhin so gut läuft, wie es sich seit der Modernisierung eingespielt hat, ist Falter darauf bedacht, relativ wenig Personal zu beschäftigen.

Möglich macht dies unter anderem auch das neue Eintankverfahren des Falterbräus: Der Gerstensaft gärt und lagert in einem einzigen Tank, bis das Bier fertig ist. "Dadurch spart man sich den Gefäßwechsel und eine Reinigung", wie Michael Falter darlegt.

Zwar nimmt er den Nachteil in Kauf, dass das Volumen der insgesamt acht Tanks nicht ganz ausgenutzt werden kann, weil bei der Gärung der Schaum mit eingerechnet werden muss. Aber dennoch überwiegen die Vorteile für den Falterbräu aus Drachselsried.

"Wir produzieren mittlerweile so viel, wie möglich ist. Alle Tankssind ausgenutzt", so der Braumeister. "Das ist zwar schön, aber ein Problem haben wir, wenn mal was kaputt geht."

Deshalb überlegt er, ob er nicht doch in weitere Tanks investieren soll. "Wir sind momentan eine kleine Brauerei mit anständigen Zahlen. Es läuft wirklich gut und alles ist übersichtlich."

Weitere Tanks bedeuten jedoch mehr Arbeit, was mehr Personal erfordern würde. Solche Investitionen ziehen immer eine ganze Reihe neuer nach sich, gibt er zu bedenken. Deshalb sei die Entscheidung nicht leicht, vor allem, wenn eine Neuerung nicht notwendig ist, weil der Betrieb ohnehin Gewinn macht. Stolz ist Michael Falter auch auf den Nebeneffekt der Modernisierungen: Weil es keinen Lagerkeller mehr gibt, müssen nur die gefüllten Tanks gekühlt werden, das erfordert viel weniger Energie.

Außerdem betreibt die Familie zwei Wasserkraftwerke, die 30 bis 40 Prozent mehr Strom produzieren als die Brauerei verbraucht, der Rest wird verkauft. Auch der Reinigungsmittelbedarf hat sich seit der Modernisierung wegen der neuen Flaschenwaschmaschine halbiert. Der Heizölverbrauch ist von 60 000 auf 18 000 Liter pro Jahr gesunken, wie der Braumeister erklärt.

Den Blick in die Zukunft beantwortet er so: Vielleicht springt er irgendwann auch auf den Zug des Craftbieres auf. Doch das sind momentan nur Spekulationen.

Und ein weiteres Projekt schwebt ihm vor, "dabei handelt es sich allerdings noch um einen echten 'Traumbau', die Idee ist noch nicht ausgereift": Das Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehört ebenfalls ihm, derzeit steht dort eine Scheune. Nach seinen Vorstellungen könnte dort eine Halle aus Glas entstehen, die schon von außen alle Blicke auf sich zieht - gut für den Tourismus.

Dort würde dann der Brauvorgang einsehbar, indem Sudhaus, Gärung, Lagerung und eventuell auch Filtration dorthin verlagert werden. Michael Falter glaubt: Verbunden mit einer Gastronomie im selben Gebäude und einem zünftigen Biergarten könnte dies ein echter Touristenmagnet werden.