Keine ver­staub­ten Ah­nen­fo­to­gra­fi­en: Wäch­ter­aus­stel­lung in Strau­bing er­öff­net

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Die beeindruckende Bilder von Fotograf Dr. Sead Husic warteten auf übergroßen Leinwänden in der Hubertushalle in Straubing auf zahlreiche Bewunderer. (Foto: Tanja Pfeffer)

Persönlich, authentisch und sympathisch ehrlich sind die Bilder der Bayerischen Brauer und Brauerinnen, die Fotograf Sead Husic in den vergangenen zwei Jahren kreativ und kunstvoll portraitiert hat. Die Ergebnisse können interessierte Besucher seit Freitag, 10. Juni, bei der Wächterausstellung zu 500 Jahre Reinheitsgebot in Straubing sehen. Die Wanderausstellung ist bis 22. Juni in der Hubertushalle zu bewundern.

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Nicht nur die Arbeit des Fotografen beeindruckt und wirkt besonders aufwendig. Auch die Bildpräsentation steht dem in nichts nach. Die Fotos wurden zunächst auf Stoff gedruckt, der wiederum auf Alu-Rahmen gespannt wurde. Diese Rahmen mit einer Größe von 1,50 x 2,50 Meter beziehungsweise 2,50 x 2,20 Meter sind von innen mit Halogenlampen beleuchtet. Zur Ausstellungseröffnung begrüßte zunächst Christoph Kämpf, Inhaber der Straubinger Karmelitenbrauerei, seine Gäste und gab dabei einen Einblick in seine Erlebnisse mit Fotograf Sead Husic. Kämpf erzählte, er wollte dem Profi auf Nachfrage nach einem außergewöhnlichen Fotomotiv eigentlich voller Stolz sein neues Sudhaus präsentieren. Dr. Sead Husic lehnte dankend ab und schlug Kämpf letztlich eine ungewöhnliche, aber originelle Idee vor. Er fotografierte den Karmeliten-Chef liegend zwischen einer Kronkorkensammlung aus der Vogelperspektive. Das imposante Bild begrüßt den Besucher der Wanderausstellung bereits an der Eingangstür.

Besonders beeindruckt ist Kämpf von der Tatsache, dass es Sead Husic letztlich gelungen ist, 98 Brauer und Brauerinnen persönlich und individuell zu fotografieren - und dabei ganz ohne dem Image einer verstaubten Ahnenfotografie auskommt. Nach einem halben Jahrtausend bildet das Reinheitsgebot für Christoph Kämpf einen Anker der Kontinuität und Nachhaltigkeit. Werte, die auch die Karmelitenbrauerei von der ersten Stunde an begleitet haben. Deshalb sei er auch gerne einer der Wächter des Reinheitsgebotes.

Von den insgesamt knapp 100 Portraits sind in der Hubertushalle in Straubing aus Platzgründen die besten 75 zu sehen. Schnell fällt auf, dass die Brauer und Brauerinnen auf den Bildern nur sehr selten lachen. Das war durchaus beabsichtigt, wie Dr. Lothar Ebbertz vom Bayerischen Brauerbund erklärt: "Die Wächter schauen alle mit gebotenem Ernst drein. Sie nehmen das Reinheitsgebot ernst und sind wild entschlossen, es zu verteidigen." Oberbürgermeister Markus Pannermayr eröffnete die Ausstellung als Schirmherr nach lobenden Worten für die Arbeit der Brauer, die Ausstellung: "Wenn jemand mit Leidenschaft für das steht, was er tut, und mit Begeisterung, dann kann er wirklich was bewegen."

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Die Wanderausstellung ist noch bis 22. Juni 2016 in Straubing. Danach sind die Bilder im Florianstadel im Kloster Andechs (16. bis 30. September) und im Messezentrum Nürnberg (8. bis 10. November) zu sehen.

Das Buch zur „Wächter des Reinheitsgebots"-Ausstellung erscheint im Schüler-Verlag Berlin, es hat 223 Seiten und kostet 29,90 Euro. Erhältlich in Buchhandlungen, bei Amazon und über den Bayerischen Brauerbund e.V., Petra Hein, Oskar-von-Miller-Ring 1, 80333 München. Per E-Mail: hein_at_bayerischer-bier.de. Per Fax: 089/286 604 -99.

Ein­drücke aus dem Fo­to­pro­jekt

(c) Sead Husic